Wie gefällt Ihnen das UNFOLD-Titelbild?

Haben Sie es denn überhaupt bemerkt? Ja, das Titelbild, gemalt von Marion Fink, zeigt eine Frau, und ja, sie ist teilweise unbekleidet. „Na und?“, „Geht gar nicht!“ … Wie sehen Sie das? Das Thema Nacktheit in Kunst und Medien ist in Zeiten von facebook-Sperren barocker Gemälde virulent. Für uns war allerdings ein anderes Detail für die Verwendung entscheidend: das Handy. Finks Gemälde „Aphrodite Calling“ (Monotypie, Ölfarbe und Wachspastell auf Papier, 210 × 152,4 cm, 2018, Döpfner Collection) war 2019 Teil der Ausstellung „Nude – Female Bodies by Female Artists“ in der Potsdamer Villa Schöningen, in der die Künstlerin auch ihr erstes Augmented Reality Kunstwerk zeigte. Marion Fink, 1987 in Lindenberg im Allgäu geboren, lebt und arbeitet in Potsdam. Ihre Werke werden auf Ausstellungen in Berlin, Hamburg, Basel, London oder New York gezeigt.

Die Ausstellung „NUDE – FEMALE BODIES BY FEMALE ARTISTS2

In der Villa Schöningen in Potsdam wird ab dem 4. Mai 2019 eine Gruppenausstellung gezeigt: Nude – Female Bodies By Female Artists. Über vierzig Arbeiten von 31 internationalen Künstlerinnen zeigen unterschiedliche Aktdarstellungen, von der Renaissance bis zur Gegenwart, darunter Werke von Paula Modersohn-Becker, Cindy Sherman, Marina Abramovic und Rosemarie Trockel. Für diese umfangreiche Schau werden zu ersten Mal beiden Etagen der italienischen Turmvilla bespielt.

Weibliche Körper aus dem Blickwinkel von Künstlerinnen aus fünf Jahrhunderten zeigt die Villa Schöningen in ihrer aktuellen Ausstellung. Der weibliche Akt gehört neben Landschaften, Portraits und religiösen Themen zu den meist dargestellten Motiven der Kunstgeschichte. Von der Venus von Willendorf vor 25 000 Jahren bis zu Performances und Video-Installationen der Gegenwart hat der nackte Körper Künstler und Künstlerinnen über die Jahrhunderte hinweg fasziniert. Immer wieder war der Umgang mit Nacktheit und Eros auch eine Erkundung von Tabus und ein faszinierender Indikator des Zeitgefühls. Wie ein Sensor der Freiheits-Verfassung einer Gesellschaft oder Epoche haben Akte die Kunstgeschichte geprägt: Zurückhaltend, verschämt, idealisierend, sexualisierend, politisierend, gewaltsam, zärtlich, hässlich oder verstörend. Ob die “Maja” von Goya, die “Olympia” von Manet oder “L´Origine du Monde” von Courbet und “Les Demoiselles d Avignon” von Picasso immer wieder waren es Akte, die Kunst-Skandale provozierten und stilistisches Neuland erkundeten.

Unter dem Titel Nude – Female Bodies By Female Artistswird von 4. Mai bis zum 1. Oktober 2019 in der Potsdamer Villa Schöningen der weibliche Körper ausschließlich in Darstellungen von Künstlerinnen gezeigt. Dabei sind fast alle Formen von Skulptur, Zeichnung, Gemälde, Fotografie und Video vertreten. Im Vordergrund steht die Frage, ob es so etwas wie einen spezifisch weiblichen Blick auf den nackten Körper gibt. Oder ob solche Stereotypisierungen im feministischen Kontext Sehmuster prägen, die einer vorurteilsfreien Betrachtung jenseits der Geschlechter-Klischees nicht standhalten.

Nacktheit, Kunst und Kontext: Wo liegen im Jahr 2019 die Grenzen?
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